Urlaub mit Amateurfunk
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Amateurfunkgespräche im Urlaub? Macht das Sinn? M. E. ja, hier ein Erlebnisbericht aus Malta:

Für den August 1995 planten wir einen Familienurlaub auf der Insel Malta. Für mich als Funkamateur war klar, möglichst von dort aus Amateurfunkbetrieb machen zu wollen. Kurz nachdem die Reise im Mai gebucht wurde, schrieb ich an den DARC bezüglich der Modalitäten für eine Gastlizenz.
Ein Antrag auf eine Kurzzeitgenehmigung kam prompt per Post. Dieser ging am nächsten Tag ausgefüllt (mit Kopie meiner Lizenz) nach Valletta. Nach gut 4 Wochen erhielt ich im Juli Nachricht, dass ich meine Lizenz in Valletta vor Ort abholen könne. Mein Brief an die MARL (Malta Amateur Radio Legue) wurde ebenfalls beantwortet. Man erlaubte es mir an der Clubstation 9H1MRL Betrieb machen zu können. Zusätzlich wurde ich gleich zum Ortsverbandtreffen eingeladen.

Schließlich ging es im August 1995 dann per Flugzeug auf die kleine felsige Insel. Im Gepäck waren hobbymäßig nur 2 Handys für 2m und 70 cm. Es sollte halt keine DX Pedition werden.

Durch den Zoll ging es problemlos: Der interessierte sich mehr für meinen Walkman und dessen Features. Per grünen Malta Bus ging es dann im üblichen Fahrstil nach Bugibba, wo sich unsere Ferienanlage befand. Einen Tag später schwang ich mich in ein Taxi und holte meine Lizenz aus Valletta ab. Der Fahrer sprach perfekt Englisch. Er regelte auch alles in der Telekom Behörde. Verstanden hatte ich kein Wort. Der Beamte suchte schließlich meine Lizenz mit dem Call 9H3NB hervor. Es erfolgte der Satz "You can operate". Meine Handys schaute man sich genau an. Eingeführte Geräte mußten zu diesem Zeitpunkt generell der Postbehörde vorgezeigt werden. Glücklicherweise waren nur die dem Amateurfunk zugewiesenen Bereiche abrufbar.

Einen Tag später ging es per Irrfahrt mit dem Bus nach Attard. Dort ist die Clubstation der MARL. Ich wurde vom OV in guten Englisch willkommen geheißen. Nach vielen Händeschütteln und Erzählen ging es dann an die Geräte. Im Vergleich war die Clubstation dort einfach - aber zweckmäßig - eingerichtet. Es stand ein älterer TS 530 mit 3 Element Beam zur Verfügung. Ein großer Raum mit wenig Inventar ansonsten. Nach kurzer Einweisung war ich dann auf der 14.210 khz QRV. Auf meinen ersten kurzen Ruf hin melden sich gleich viele Italiener und Deutsche. Da ich - wie gesagt - keine DX Pedition fuhr, wurden die QSO s auch mit Vorstellung und ein paar netten Worten geführt. Betriebsarten waren SSB und CW. Nach ca. 2 Stunden reichte es mir an diesem Tag.

In den folgenden Tagen erlebten wir auch das kulturelle und kulinarische Malta. Damals herrschte auf Malta zusätzlich ein Männer- Mangel. So viele schöne Frauen Augen hatte ich später nicht mehr gesehen....

Die Funkamateure gaben Insider Tipps für die Insel. Auch wurde noch 2 Male Funkbetrieb durchgeführt. Ich erlebte vor Ort eine Fuchsjagd. Ich lernte auch die QSL Sortiermaschine der MARL kennen: Die Amateure sortieren selbst. Zum Schluss hatte ich gut 100 QSO s im Logbuch. Viele OM wollten eine QSL, die es dann auch gab. Leider hatten nur ca. 70 Prozent auch rückgeantwortet.

Wohl kaum hätte ich so intensiv in das Inselleben schauen können ohne die Funkamateure! Mein Dank also an Alle!

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