Kontest, ein Sport der Funkamateure


Es gibt den Beauty Contest. Der ist allgemein bekannt. Aber davon soll hier nicht die Rede sein. Bei dem 'Kontest', wie wir ihn verstehen, haben auch reifere Mannsbilder (die Frauen sind eher selten) eine Chance. Gleichwohl ist die Wettbewerbsfunkerei, ob nun in Kurzfassung oder über 48 Stunden, ob mittels 'Klopfzeichen' (Morsetelegrafie) oder der 'Stimme' (Sprechfunk), selbst unter Funkamateuren eine umstrittene Angelegenheit. Gegner und Befürworter haben gleichermaßen bedenkenswerte Argumente. Der eigentliche Sinn und Zweck eines Funkwettbewerbes ist es, festzustellen, wieviele Stationen man in einem begrenzten Zeitraum auf drahtlosem Wege erreichen kann. Konteste sind eine Möglichkeit, die Funkanlage intensiv zu testen. Die Tatsache, daß eine Kontestverbindung immer nach dem gleichen Schema abläuft, ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Fehlende Fremdsprachenkenntnisse spielen keine Rolle, und ein Telegrafie-QSO im Konteststil ist kaum ein Problem. Der Austausch der für eine Kontestverbindung wichtigen Daten ist von Wettbewerb zu Wettbewerb unterschiedlich. Auf Kurzwelle ist oft die Feldstärke und Verständlichkeit und die laufende Nummer der Verbindung zu nennen. Natürlich ist bei der Teilnahme die Führung eines Stationstagebuchs obligatorisch. Das "Log" wird später dem Auswerter zugeschickt und dient als Nachweis der getätigten Verbindungen. Darä,ber hinaus sollte Logbuchf¨hrung eine Selbstverständlichkeit sein. Das Logbuch ist eine Urkunde, die vor allem bei Streitfällen (z.B. mit fernsehenden Nachbarn) herangezogen wird. Seit noch nicht allzu langer Zeit gibt es auch im Ortsverband Pinneberg, E 15, wieder eine kleine Gruppe von Funkern, die regelmäßig an Wettbewerben teilnehmen. Der Rahmen ist noch bescheiden. Für die Großkonteste, die sich über ein ganzes Wochenende erstrecken, fehlt uns 'Personal' und auch noch die Erfahrung. Doch kommen wir zur Praxis, wie sie sich im April 1994 zugetragen hat. Da treffen sich gegen 9 Uhr morgens in Thesdorf drei Menschen männlichen Geschlechts, alle schon jenseits der 30, um ab 15:00 Uhr anläßlich des "Norddeutschen UKW-Aktivitätskontest" ihre Stimmbänder und manchmal auch die Nerven zu strapazieren. Clemens, der auch auf das Rufzeichen DG2HW hört, wird von Frau und Sohn mit einem zünftigen "CQ Kontest, CQ Kontest" verabschiedet, was er eher "doof" findet.

Hartmut Oelting, DJ3HX